Mittwoch, 22. Juni 2022

Sonntag, 19. Juni 2022

Freitag, 17. Juni 2022

Donnerstag, 16. Juni 2022

Montag, 6. Juni 2022

Moon in June

1965-12-23 Chicago 3rd Set [Freitag, den 21. Februar 2014]

Zum Frühstück hörte er das dritte Set jenes Konzerts, das Miles Davis am 23. Dezember 1965 in jener für ihre Schlachthöfe berüchtigten Stadt gegeben hatte. Es begann mit einer Ballade, When I Fall in Love, Miles Davis spielte ohne Dämpfer, die entspannte Stimmung wurde durchgehalten und nach etwa sechs Minuten löste Wayne Shorter Miles Davis ab, wobei etwas Tempo zugelegt wurde, dann kam noch Herbie Hancocks Solo und man bremste wieder zum Abschluß, Miles Davis griff das Thema auf, bevor es dann mit dem schnellen Milestones weiterging. Bestimmte Stücke boten die Gelegenheit, auf eine bestimmte Art zu spielen, fast wie ein Baukastensystem … wie lange doch Miles Davis bei seinen Konzerten an diesen Schemata festgehalten … erst ab Ende der sechziger Jahre … aber ab da ging es Schlag auf Schlag, bis 1975 … Autumn Leaves hörte Hans Köberlin immer wieder gerne, obwohl hier nicht viel von dem Thema übriggeblieben war und Miles Davis mit dem Dämpfer spielte, Hans Köberlin fand diesmal Wayne Shorters Solo bemerkenswert, dann kam I Fall in Love to Easily und anschließend über zwanzig Minuten No Blues. Alles in allem war das ein sehr homogenes Konzert und die Alternation von schnellen und langsamen Stücken war nicht so ausgeprägt wie in den früheren Jahren. Ein Set noch würde von diesem Tag und aus dieser Konzertreihe folgen.

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Zweiter Teil. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 27. April 2014, XII [Fünfte Phase – oder: Un gringo en Calpe] Vom 10. Februar bis zum 6. März 2014, S. 1308).

Empirie, 26. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 1.682 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 4.607
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 1.422 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 3.805
    • Kapitel: XIII (= Zweites Intermezzo – oder: Die Hälfte der Zeit des Exils) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Freitag, der 7. März 2014, der 157. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Mit der Vorbereitung zur Publikation des ersten Teilbandes wurde mittlerweile begonnen.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seiten: S. 778 von 778 Seiten
    • Fußnoten: 2.280
    • Kapitel: VIII (= Dritte Phase – oder: Konsolidierung) von VIII Kapiteln nebst einem vorläufigen Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Donnerstag, der 19. Dezember 2013, der 79. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
Mit der Vorbereitung zur Publikation des ersten Teils des zweiten Teilbandes wurde mittlerweile begonnen (obwohl der erste Teilband noch nicht publiziert wurde – c’est la vie).

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seite: S. 1.314
    • Fußnoten: 3.518
    • Kapitel: XII (= Phase 5 – oder: Un gringo en Calpe)
    • Tag der Überarbeitung: Freitag, der 21. Februar 2014, der 143. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen


* (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!

Mittwoch, 13. April 2022

Fenster #381

Die Enthebung des Wählenmüssens

Die genaue Beobachtung der Sache empfiehlt dir gleichzeitig auf die natürlichste Weise das Mittel, sie aufs Papier zu übertragen. Sie enthebt dich des Wählenmüssens. Die Entscheidung liegt sozusagen in der Beobachtung selbst […] die Zeichnung ist eine Täuschung mit durchschaubaren Mitteln. Ohne eindrucksvolle Täuschung wärs eine alberne Sache, und ohne Durchschaubarkeit der Mittel wärs eine schlechte Zeichnung. Sind aber diese beiden gegensätzlichen Elemente harmonisch vereint, wirst du sehen, daß die Natur bei genauer Betrachtung eher einer guten Zeichnung ähnelt als einer schlechten.

(Horst Janssen, Zu »Hokusais Spaziergang«; in: Querbeet. Aufsätze, Reden, Traktate, Pamphlete, Kurzgeschichten, Gedichte und Anzüglichkeiten, München 31986, S. 155f.).

Fenster #380 [Die Welt kann durch eine Dachluke gesehen erstaunlich weit sein.]

Samstag, 26. März 2022

Wenn nicht dort – wo sonst?

Wenn ich im Schilf sitze, verliere ich die Angst, fast vergessene Binsenwahrheiten einfach auszusprechen.

(Horst Janssen, Tagebuch zu »Hokusais Spaziergang«; in: Querbeet. Aufsätze, Reden, Traktate, Pamphlete, Kurzgeschichten, Gedichte und Anzüglichkeiten, München 31986, S. 114f.).

Samstag, 19. März 2022

Sonntag, 13. März 2022

Empirie, 25. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 1.660 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 4.571
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 1.403 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 3.779
    • Kapitel: XIII (= Zweites Intermezzo – oder: Die Hälfte der Zeit des Exils) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Freitag, der 7. März 2014, der 157. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Mit der Vorbereitung zur Publikation des ersten Teilbandes wurde mittlerweile begonnen.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seiten: S. 778 von 778 Seiten
    • Fußnoten: 2.280
    • Kapitel: VIII (= Dritte Phase – oder: Konsolidierung) von VIII Kapiteln nebst einem vorläufigen Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Donnerstag, der 19. Dezember 2013, der 79. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
Mit der Vorbereitung zur Publikation des ersten Teils des zweiten Teilbandes wurde mittlerweile begonnen (obwohl der erste Teilband noch nicht publiziert wurde – c’est la vie).

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seite: S. 1.255
    • Fußnoten: 3.383
    • Kapitel: XII (= Phase 5 – oder: Un gringo en Calpe)
    • Tag der Überarbeitung: Montag, der 17. Februar 2014, der 139. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen


* (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!

Sonntag, 6. März 2022

Freitag, 4. März 2022

Donnerstag, 17. Februar 2022

1965-12-23 Chicago 2nd Set [Samstag, den 15. Februar 2014]

Zum Frühstück hörte er das zweite Set jenes Konzerts, daß Miles Davis am 23. Dezember 1965 in der für ihre Schlachthöfe berüchtigten Stadt gegeben hatte. Es begann schön langsam mit All of You, Miles Davis spielte mit Dämpfer und gab das Spiel nach viereinhalb Minuten an Wayne Shorter weiter. Hans Köberlin mußte sich bemühen, bei der Musik zu bleiben und seine Aufmerksamkeit nicht zu arg schweifen zu lassen, er merkte das, als er sich plötzlich in Gedanken bereits bei gleich zu schreibenden Aufzeichnungen im ersten Drittel von Agitation wiederfand … also zurück zu Wayne Shorter im vorherigen Stück, das dann von Miles Davis zum Ausklang geführt wurde. Agitation war natürlich ein schnelles Stück, aber diesmal nicht zu schnell, Miles Davis spielte hier ohne Dämpfer, was Hans Köberlin bei den älteren Sachen bevorzugte. Dann zog es, getrieben vom Schlagzeug, an, was aber durch Herbie Hancock Klavierspiel konterkariert wurde, auch beim anschließenden Saxophonsolo, bei dem der Baß quasi das Schlagzeug an die Leine nahm, es wurde freier, dann übernahm das Klavier, blieb im Freien, um am Ende die Melodie wieder aufzugreifen und an Miles Davis abzugeben, der das Stück schloß und überleitete zu My Funny Valentine, das langsam akzentuiert begann und dann von Rhythmusgruppe in einen Swing gezogen wurde, über dem Miles Davis weiter seine Akzente setzte und Hans Köberlin mußte an die Bedienung gestern im ›Dolphin Pub‹ denken, dann brachte Wayne Shorter den Swing zum Stoppen, bevor er über der Melodie, die fast zum Stillstand kam, improvisierte, bis Herbie Hancock sein Solo bekam. Dann kam, wieder mit Dämpfer, On Green Dolphin Street, und erneut hatte Hans Köberlin einen Einsichten gewährenden Ausschnitt vor Augen, dieses Set gefiel Hans Köberlin jetzt, nach den bisher im Verlauf seines Rituals fünf gehörten, am besten von den sieben dieser beiden Konzertnachmittage und -abende, aber nicht bloß deswegen, wegen der Erinnerung an gewährte Einblicke auf Ausblicke, an seinem Gefallen änderte auch das für Hans Köberlins viel zu schnell gespielte So What nichts. Es kam, wie in der Zeit üblich, wobei eigentlich auch schon da überholt, noch das sogenannte Thema, bei dem Miles Davis und Wayne Shorter was das Tempo betraf um die Wette spielten.

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Zweiter Teil. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 27. April 2014, XII [Fünfte Phase – oder: Un gringo en Calpe] Vom 10. Februar bis zum 6. März 2014, S. 1232f.).

Montag, 14. Februar 2022

Nach dem Nebel

Als Hans Köberlin so gegen halbsechs Uhr aufbrach, da setzte der Wind wieder ein und der graue Spuck begann sich zu verziehen und gab nach und nach einen blauen wolkenlosen Himmel frei. Und als Hans Köberlin auf der Höhe der Cala Calalga an die Steilküste kam, da sah er, daß im Nachbarort linkerhand noch stellenweise der Nebel zwischen den Hügeln festhing, was aussah, als habe man auf einem farbig leuchtenden Bild stellenweise die Farben – die wir hier eh nicht wiedergeben können – wegradiert.
Nur nebenbei und um einen Eindruck von Hans Köberlins physischer Verfassung bei artfördernder Haltung zu vermitteln sei hier angemerkt: der dunkle Punkt im Meer rechts auf der Photographie war die gelbe Boje der links nicht mehr auf der Photographie zu sehenden Cala Calalga – jede Badestelle hier hatte ihre gelben Bojen –, bis zu der Hans Köberlin in der Ende April endlich anhebenden Schwimmsaison fast täglich mindestens einmal hinausschwimmen sollte.

Freitag, 11. Februar 2022

Der eintausendachthundertneunundsechzigste Eintrag

Be not the first by whom the new are try’d,
Nor yet the last to lay the old aside.

(Alexander Pope, Essay on Criticism, London 1711).

Sonntag, 2. Januar 2022