Mittwoch, 27. März 2024

1973-11-07 Belgrad [Dienstag, der 4. März 2014]

Zum Frühstück hörte er heute jenes Konzert, das Miles Davis am 7. November 1973 in Belgrad gegeben hatte. Es war das letzte noch nicht gehörte in seiner Sammlung aus jener Phase, die Agharta und Pangaea einleiten sollte. Hans Köberlin hatte diesen Mitschnitt schon lange nicht mehr gehört und war überrascht, wie frisch und differenziert die Musik daherkam. M’tumes manchmal doch etwas zu nervöse Percussion lief in dem ihr zukommenden Maße ab, Trompete, Baß und die beiden Gitarren trieben das Geschehen an, und natürlich das Saxophon, das nach sieben Minuten ins Spiel kam. Als Titel wurden Turnaroundphrase, Tune In 5 und Calypso Frelimo angegeben, aber Titel spielten da, bis auf Calypso Frelimo, schon keine Rolle mehr. Calypso Frelimo freilich bot sich hier, gerade durch die beiden Gitarristen, in einer wunderbar verspielten Version. Dieses Konzert war wahrlich ein bisher von Hans Köberlin vernachlässigtes Kleinod und er war froh, es an diesem Morgen sorgfältig gehört zu haben.

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Zweiter Teil. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 27. April 2014, XII [Fünfte Phase – oder: Un gringo en Calpe] Vom 10. Februar bis zum 6. März 2014, S. 1419f.).

1973-11-01 Newport / Berlin [Mittwoch, der 8. Januar 2014]

[Hans Köberlin] frühstückte dann auf der anderen Dachterrasse und hörte diesmal dabei, wie gestern vorgenommen, zwei Jahre weiter ein Konzert aus der On the Corner-Phase, genauer: das Konzert, das Miles Davis am 1. November 1973 in der Hauptstadt – »on another Newport-themed tour« durch Europa, so Ashley Kahn im Beiheft der Bootleg Series Vol. 4 – gegeben hatte. Miles Davis tourte mit zwei Gitarristen und ohne Keyboarder, dafür spielte er manchmal selber an der Orgel, und Michael Hendersons Baß gab weiterhin den Groove vor. Diese Phase, die bis zu seinem Abtauchen 1975 dauern sollte und bei der neben Sly Stone und James Brown auch Karlheinz Stockhausen irgendwie Pate gestanden hatte, stellte nach Hans Köberlins Ansicht der Höhepunkt im Schaffen von Miles Davis dar. Es gab keine Stücke mehr, es gab zwar noch Titel, doch die waren austauschbar, es waren gewaltige Ausbrüche, »eine Reaktion auf Vietnam«, hatte der Busenfreund einmal assoziiert, Hans Köberlin assoziierte jedoch apolitischer, nämlich rückwärts vom Ausklang des letzten Stücks von Pangaea am 1. Februar 1975 her, das für ihn ein Musik gewordenes Verschwinden war … and music shall untune the sky …

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Zweiter Teil. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 27. April 2014, X [Vierte Phase – oder: modus vivendi] Vom 7. bis zum 30. Januar 2014, S. 913).

Empirie, 35. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 1.886 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 4.984
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 1.620 von ca. 2.400 Seiten
    • Fußnoten: 4.176
    • Kapitel: XIV (= Phase 6 – oder: Gift und Geschlechtsverzweiflung*) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Montag, der 24. März 2014, der 174. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Der erste Teilband liegt als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren vor.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seiten: S. 778 von 778 Seiten
    • Fußnoten: 2.280
    • Kapitel: VIII (= Dritte Phase – oder: Konsolidierung) von VIII Kapiteln nebst einem vorläufigen Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Donnerstag, der 19. Dezember 2013, der 79. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
Der erste Teil des zweiten Teilbandes wird demnächst als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seite: S. 1.537
    • Fußnoten: 3.986
    • Kapitel: XIV (= Phase 6 – oder: Gift und Geschlechtsverzweiflung*) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Donnerstag, der 13. März 2014, der 163. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen


* (= die Fußnote 3970 auf S. 1512) Rainald Goetz, Word, Hamburg 1994.
** (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
*** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!