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Sonntag, 4. Oktober 2026

Mort de Napoléon Ier à Sainte-Hélène, le 5 mai 1821

Die Themenkomplexe ›Sterben‹ und ›Tod‹ waren ja bereits hier in unserem Bericht in diversen Kontexten angeschnitten worden, etwa die Metaphern dafür, die letzten Worte und, ausgehend von Frank Zappas Tod und dem Tod Ugos in La grande bouffe (1973), die Art, wie man starb, bewußt und gefaßt oder ohne es zu merken – vielleicht – im Schlaf oder … Ohne eine für ihn selber erkennbare Ursache kam Hans Köberlin die Phrase – nicht das Ereignis! – »der Tod Napoléons« in den Sinn und dadurch mußte er an einen ehemaligen Freund aus der Zeit in der Kreisstadt denken, den er auf nie ganz geklärte Art und Weise als Freund verloren, vielmehr erinnerte er sich jetzt eigentlich nicht an ihn, sondern an eine bestimmte Stimmung und an das Treppenhaus, das zu dem in einem ehemaligen Hotel unter dem Dach gelegenen Zimmer des ehemaligen Freundes geführt hatte. Und in diesem Treppenhaus hatte es viele Stiche aus dem 19. Jahrhundert hinter Glas gegeben, unter denen hatte auch eine Schwarzweißreproduktion von Carl von Steubens, oder vielmehr: von Charles de Steubens Mort de Napoléon Ier à Sainte-Hélène, le 5 mai 1821 aus dem Jahre 1828 gehangen …*

Hans Köberlin hatte bei jedem Auf- oder Absteigen einen Blick auf diese ikonographisch gewordene Darstellung geworfen, und mit der Erinnerung an dieses Bild kam Hans Köberlin die Erinnerung an den Geruch dieses Treppenhauses in der warmen Jahreszeit in den Sinn …: es hatte nach einer feuchten, verschlammten Dachrinne gerochen.** Manche derartigen Gerüche waren Hans Köberlin nicht unangenehm, da war er wie Leopold Bloom mit seiner Niere zum Frühstück oder dem reifen Gorgonzolakäse, den er auf einem Brot mit Senf und Oliven und einem Glas Burgunder dazu verzehrt hatte … Bilder, Gerüche, Töne …: sinnliche Marginalien, die einen, einmal erlebt, ein Leben lang begleiteten … der ganze Proust-Komplex …*** Napoleon soll übrigens laut Kafka**** gesagt haben: »Der wird nicht weit kommen, der von Anfang an weiß, wohin er geht.« Hans Köberlin stimmte dem zu.
   »Sire, où allez-vous?«
   »Demandez au cheval.«



* Edmond de Goncourt hatte am Samstag, dem 25. Mai 1895, einen Tag vor seinem Geburtstag, eine Ausstellung über die Revolution und das erste Kaiserreich besucht und dazu unter anderem folgendes mit Ergriffenheit in seinem Journal notiert: »ce vieux panama, tout gondolé, au cordonnet noir, que le grand Empereur portait à Sainte-Hélène. Et tout près du chapeau de l’exil, cette veste de piqué blanc, aux taches jaunes, qui semblent sorties du foie du Prométhée de l’île africaine. Enfin ce lit sur lequel il est mort, ce lit qui a la grandeur d’un lit de garçonnet, ce lit en fer, monté sur des roulettes, avec son pe-tit dais en forme de tente militaire, sa soie verte passée, son mince matelas, son traversin, son gros oreiller: – ce lit, entre les rideaux duquel, il y a eu peut-être, dans l’insomnie, la plus grande souffrance morale de notre siècle.«
   Hans Köberlin hatte als Teenager einmal im Fernsehen zu abgelegener Zeit Abel Gances Stummfilmepos Napoléon aus dem Jahre 1927 gesehen, teilweise für drei Leinwände konzipiert, und am Samstag, dem 25. November 2023 sahen die Frau und er sich Ridley Scotts da gerade vor ein paar Tagen in die Kinos gekommenen Film an. Schwer enttäuscht schrieb Hans Köberlin in sein Arbeitsjournal: »Ich hatte zwar ein Spektakel erwartet, aber nicht so ein oberflächliches. Aufgehangen hatte Scott das Ganze an der Beziehung zu Joséphine – da hätte er konsequent sein sollen und den Film auch ›Joséphine‹ nennen ‒ der viereinhalbstündige Director’s Cut soll in die Richtung gehen. So war es perspektivlos und ohne besondere Einstellung zu der Figur, die von anderen wesentlich vielschichtiger und ambivalenter gezeigt worden war. Die dargestellten Ereignisse wurden ohne Dramaturgie aneinandergereiht, ich hätte mit einer Nachstellung von Steubens Stich begonnen und dann mit thematischen und nicht chronologischen Rückblenden gearbeitet.«
** »… a damp, chilly, but not unpleasant smell, composed of many separate elements. It was composed of wet moss, of old dead leaves, of yet older dead wood, of long submerged, slime-coated masonry, of clammy river weeds.« (Powys, A Glastonbury Romance, London 1933, S. 125f.).
*** In Hans Köberlins Erinnerung hatten allerdings auf dem Bild weniger Personen dem Sterben von l’empereur beigewohnt, und der Raum, in dem das Totenbett gestanden, war dort weiß-abstrakter gewesen. Hans Köberlin hatte wahrscheinlich gestern en passant und unbewußt auf einem seiner Film- oder Zitatenkalenderblätter die Zeichenfolge ›†1821 Napoléon Bonarparte‹ ‒ ohne sie in einen seiner Kontexte einzubinden ‒ gesehen. Borges hatte in seinem autobiographischen Essay eingestanden, an Waterloo stets als an einen Sieg gedacht zu haben (vgl. Fritz Arnold / Gisbert Haefs (Hg.), Borges lesen, Frankfurt am Main 1991, S. 20), Hans Köberlin, der die Geschehnisse von Waterloo hauptsächlich aus Hugos Les Miserables kannte, empfand die Schlacht – wie Goethe – immer als Niederlage der Idee Europas gegen den bornierten Nationalismus … die sogenannten ›Befreiungskriege‹ …: diese Bezeichnung war einer der größten Euphemismen der Weltgeschichte. – Kafka war, was Hans Köberlin dann doch erstaunt hatte, sehr an Napoléon interessiert gewesen und hatte seitenlang unter der Überschrift »Fehler die Napoleon beging« Passagen aus den Memoiren des Generals Marcellin Marbot in sein Tagebuch exzerpiert (Gesammelte Werke in zwölf Bänden, nach der kritischen Ausgabe hrsg. von Hans-Gerd Koch, Frankfurt am Main 2. Aufl. 2014, Bd. 11, S. 101ff.) Und am 11. November 1911 hatte Kafka eine Lesung Jean Richepins aus La légende de Napoléon besucht und einen Tag darauf darüber geschrieben: »Ich spürte eine Wirkung Richepins auf mich, wie sie Salomo hat spüren müssen, als er junge Mädchen ins Bett nahm.« (ebd., Bd. 9, S. 191). Diesen Vergleich konnte Hans Köberlin allerdings überhaupt nicht nachvollziehen.
**** Er schrieb dies in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember 1912 in einem Brief an Felice Bauer (Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit, hrsg. von Erich Heller und Jürgen Born, Frankfurt am Main 1976, S. 221).

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin, Heide und wieder Berlin 2013ff., Dritter Teil. Vom 28. April 2014 bis zum 21. August 2014, XVII [Phase 7 – darin: Besuch von Freunden] Vom 28. April bis zum 15. Mai 2014).

Montag, 21. September 2026

»Regardez vous-même si vous voyez mieux avec ce verre-ci, avec celui-là, avec cet autre.«

L’écrivain ne dit que par une habitude prise dans le langage insincère des préfaces et des dédicaces: »mon lecteur«. En réalité, chaque lecteur est, quand il lit, le propre lecteur de soi-même. L’ouvrage de l’écrivain n’est qu’une espèce d’instrument optique qu’il offre au lecteur afin de lui permettre de discerner ce que, sans ce livre, il n’eût peut-être pas vu en soi-même. La reconnaissance en soi-même, par le lecteur, de ce que dit le livre est la preuve de la vérité de celui-ci, et vice versa, au moins dans une certaine mesure, la différence entre les deux textes pouvant être souvent imputée non à l’auteur mais au lecteur. De plus, le livre peut être trop savant, trop obscur pour le lecteur naïf et ne lui présenter ainsi qu’un verre trouble, avec lequel il ne pourra pas lire. Mais d’autres particularités (comme l’inversion) peuvent faire que le lecteur ait besoin de lire d’une certaine façon pour bien lire; l’auteur n’a pas à s’en offenser mais, au contraire, à laisser la plus grande liberté au lecteur en lui disant: »Regardez vous-même si vous voyez mieux avec ce verre-ci, avec celui-là, avec cet autre.« (Marcel Proust, Le Temps retrouvé, Paris 1927, Chapitre III: Matinée chez la princesse de Guermantes).

Donnerstag, 17. September 2026

Museo e Real Bosco di Capodimonte

Die bereits bekannte Fahrt zum Museo e Real Bosco di Capodimonte. Begannen im zweiten Stock mit der mittelalterlichen Kunst und Werken aus der Renaissance, dann im ersten Stock en passant Porzellan und weitere Renaissance-Gemälde bis welchen aus dem Barock. Es gab noch eine meditierende Maria Magdalena von Jusepe de Ribera und eine himmelfahrende von Sebastiano Ricci, dann noch eine von Tizian, bei der später herauskam, daß es die von vor zwei Jahren war, die bloß umgehängt wurde und nun neben einer Venus hing, außerdem waren vor zwei Jahren die Säle noch nicht verdunkelt gewesen. Das Museum war angenehm leer. Dann noch ein paar Stadtaussichten von oben und mit dem Bus zurück bis zur Via Toledo. Unterwegs noch ein Eis.

Samstag, 29. August 2026

Empirie, 44. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 2.386 von ca. 2.900 Seiten
    • Fußnoten: 5.928
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 2162 von ca. 2.900 Seiten
    • Fußnoten: 5.285
    • Dritter Teil. Vom 28. April bis 21. August 2014
      Kapitel: XVII [Phase 7 – darin: Besuch von Freunden] von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Freitag, der 2. Mai 2014, der 213. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Der erste Teilband liegt als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren vor.
Auch der erste Teil des zweiten Teilbandes ist mittlerweile als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen..
Und auch der zweite Teil des zweiten Teilbandes ist mittlerweile als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen.


* (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!

Freitag, 19. Juni 2026

Elf Zentimeter

Wir sollten aber über das Erscheinen des dritten Teilbandes allein für ein privates Publikum nicht so ein Aufsehen machen, wie wir es vorheriges Mal bei den ersten beiden Bänden gemacht, man hat sich daran gewöhnt, wir selber haben uns bereits ausgiebig an dem gebundenen Probedruck erfreut, der nun seit gut einer Woche, wieder kokett mit der Nummer 0 / 20 versehen, neben den beiden ersten Bänden steht, ganz profan erfreut, denn – »das kolossale Format entschuldigt alles«* – die drei Bände zusammen beanspruchen rund elf Zentimeter des Bücherregals für sich und wir würden lügen, wenn wir leugneten …
   »Anything over a mouthful is wasted!«**
   … wenn wir also leugneten, daß allein schon der Anblick dieser elf Zentimeter einnehmenden drei Buchrücken uns Materialisten oder Restmaterialisten oder Buchrückenfetischisten ‒ man denke an Zettels Traum! ‒ mit Freude und auch mit ein wenig Stolz erfüllt hat, »kein Glück ohne Fetischismus«, wie oft bereits haben wir dieses Adorno-Wort zitiert beziehungsweise die Zitationen von Clemens Limbularius und auch von Hans Köberlins desselben Bonmots dokumentiert …


* Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 55).
** Frank Zappa, Penis Dimension; auf: 200 Motels (1971).

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin, Heide und wieder Berlin 2013ff., Dritter Teil. Vom 28. April 2014 bis zum 21. August 2014, XVII [Phase 7 – darin: Besuch von Freunden] Vom 28. April bis zum 15. Mai 2014).

Der dritte Aushänger: »Dies ist ein unverkäuflicher Privatdruck. Ihr Exemplar hat die Nummer 0 / 20.«




Den ersten Aushänger finden Sie hier und den zweiten Aushänger finden Sie hier.

Sonntag, 26. April 2026

Empirie, 43. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 2.336 von ca. 2.700 Seiten
    • Fußnoten: 5.831
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 2119 von ca. 2.700 Seiten
    • Fußnoten: 5.174
    • Dritter Teil. Vom 28. April bis 21. August 2014
      Kapitel: XVII [Phase 7 – darin: Besuch von Freunden] von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Montag, der 28. April 2014, der 209. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Der erste Teilband liegt als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren vor.
Auch der erste Teil des zweiten Teilbandes ist mittlerweile als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen..
Und der zweite Teil des zweiten Teilbandes wird voraussichtlich noch in diesem Jahr als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen.
  • Stand der Überarbeitung:
    • Seite: S. 2118
    • Fußnoten: 5.167
    • Der Beginn des dritten Teils


* (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!

Mittwoch, 4. Februar 2026

Christa Lang (23. Dezember 1943 – 30. Januar 2026)

Apropos beeindruckende Frauen: während unserer Arbeit an diesem Kapitel erfuhren wir am Mittwoch, dem 4. Februar 2026, daß am Freitag, dem 30. Januar 2026, in der Stadt der Engel im Alter von 82 Jahren Christa Lang, verheiratete Fuller, verstorben war, man erinnere sich: die Séductrice in Alphaville (1964, siehe oben S. 322ff.) und die Paula in Chabrols Le scandale (1967; siehe oben die dreizehnte Nachlese auf S. 1529) und die fatale Christa in Tote Tauben in der Beethovenstraße (1972, siehe vom Verf. Telos, a. a. O., S. 65ff.). Wir möchten Christa Lang hier mit einem Filmstill aus Alphaville gedenken, der sie mit Akim Tamiroff zeigte und den wir ursprünglich auf S. 67 in Telos hatten wiedergeben wollen (siehe ebd., S. 378) …

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Zweiter Teil. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 27. April 2014, XVI [Der dritte Besuch der Frau (II): In der Hauptstadt der autonomen Region] Vom 22. bis zum 27. April 2014).

Sonntag, 21. Dezember 2025

Empirie, 42. Update

¡Hans Koberlin vive! in Daten (der Stand von heute):
  • Stand des Manuskripts:
    • Seiten: S. 2.258 von ca. 2.700 Seiten
    • Fußnoten: 5.598
  • Stand der Bearbeitung:
    • Seiten: S. 2017 von ca. 2.700 Seiten
    • Fußnoten: 4.885
    • Kapitel: XVI (= Der dritte Besuch der Frau (II): In der Hauptstadt der autonomen Region) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Bearbeitung: Dienstag, der 22. April 2014, der 203. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
  • Der Beginn der Handlung ist mit Analepsen der Sonntag, der 23. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung, 9 Uhr vormittags,* ohne Analepsen der Herbst 2012.
  • Das Ende der Handlung fällt mit den Prolepsen mit dem Ende der (oder bloß einer?) Welt zusammen,** ohne Prolepsen mit dem Frühjahr 2016.
  • Beginn der Niederschrift: Mittwoch, den 2. Oktober 2013
  • Ende der Niederschrift: noch nicht abzusehen.
Der erste Teilband liegt als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren vor.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seiten: S. 778 von 778 Seiten
    • Fußnoten: 2.280
    • Kapitel: VIII (= Dritte Phase – oder: Konsolidierung) von VIII Kapiteln nebst einem vorläufigen Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Donnerstag, der 19. Dezember 2013, der 79. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen
Auch der erste Teil des zweiten Teilbandes ist mittlerweile als unverkäuflicher Privatdruck in einer limitierten Auflage von zwanzig Exemplaren erscheinen. Wir arbeiten aktuell an dem zweiten Teil des zweiten Teilbandes.

  • Stand der Überarbeitung:
    • Seite: S. 1992
    • Fußnoten: 4.966
    • Kapitel: XV (= Der dritte Besuch der Frau (I) und andere Besuche) von XXIV Kapiteln nebst einem Anhang
    • Tag der Überarbeitung: Sonntag, der 20. April 2014, der 201. von 324 konkreten und von allen möglichen Tagen


* (= die Fußnote 5 auf S. 7) »Non in tempore sed cum tempore Deus creavit caela et terram.« (Augustinus).
Nun: »In der Schiffsbibel von Charles Darwin auf der ›Beagle‹, mit der er von 1831 bis 1836 die Welt bereiste, stand das Datum der Weltschöpfung eingetragen: 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt, 9 Uhr vormittags.« (Hans Blumenberg, Die Sorge geht über den Fluß, Frankfurt am Main 1987, S. 47). Das war ein Sonntag, am folgenden Freitag war er, der Schöpfer, fertig, und auch das jüngste Gericht soll nach christlichen Vorstellungen auf einen Freitag fallen, ein Datum haben wir gerade nicht zur Hand.
»Soldats, quarante siècles vous regardent!«
»L’ouvrage que j’ai entrepris aura la longueur d’une histoire«, hatte Balzac stolz in seinen Avant-Propos de La Comédie humaine postuliert.
** (= eine Anmerkung aus der fünften Nachlese) »Die Welt des Dichters ist nicht die einzige Welt. Es gibt mehrere Dichter.« (Bertolt Brecht, Schriften zum Theater 1; in: Gesammelte Werke, hrsg. vom Suhrkamp Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann, Frankfurt am Main 1967, Bd. 15, S. 393).

Wird aktualisiert!

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Heute vor … zwölf Jahren: Exodus

[1 / 323]
Cada vez iré sintiendo menos y recordando más …«
   Der auf drei Tage angelegte Transfer von der Hauptstadt in das zweite Exil des Hans Köberlin in das Land des Ritters von der traurigen Gestalt und in das Land des genialen Luis Buñuel und an jene Küste (allerdings etwas weiter südlich, also nicht an die wilde sondern an die weiße), an welcher auch der nicht minder geniale Roberto Bolaño sein Exil verbracht, startete –
   »¡Ándale, ándale!«
   – also am frühen Morgen des 2. Oktober 2013, einem Mittwoch, (da war Hans Köberlin genau 53½ Jahre alt), und er, der Transfer, startete vor dem Haus, in dem die Frau lebte, vor der lokalen Filiale der städtischen Bibliothek im Bezirk des Hauptmanns, der Parkplatz mußte, so ordnete es ein Schild an, bis zehn Uhr für die Automobile von Personen, die in ihrer physischen Mobilität eingeschränkt waren, geräumt sein …
   »¿Está lleno el depósito de gasolina del coche?«
   … startete also, nachdem man am Abend zuvor mit Hilfe des Busenfreundes und des Verlegers jenen Teil von Hans Köberlins verbliebener Habe, welchen er mitnehmen wollte (den Rest hatte er auf dem Gutshof des Verlegers südwestlich der Hauptstadt abstellen können), als da waren …

  • fünf mittelgroße Kisten mit den Ende Mai nach einer wegen der Beschränkung mühsamen Auswahl zusammengestellten Bänden der von Hans Köberlin so bezeichneten ›Basisbibliothek‹,
  • eine große lederne Reisetasche, Mitbringsel aus Arkadien (»Et in arcadia ego!«), einen großen Rucksack und zwei blaue Plastiksäcke mit Hans Köberlins – abgesehen von einer Winterjacke, einem Wollschal und drei Paar langen Unterhosen – sämtlicher verbliebener Kleidung,
  • eine kleine Reisetasche, auch sie vera pelle, Mitbringsel aus dem Land, wo die Zitronen blühten, und einen kleinen von der Frau ausgemusterten Rucksack mit diversen Dingen (vor allem mit Computerzubehör und den zum Schnorcheln benötigten Utensilien),
  • eine eigentlich für Fahrten mit dem Fahrrad konstruierte Umhängetasche mit dem kleinen Laptop mit der klemmenden I-Taste, Unterwäsche zum Wechseln während des Transfers und Waschzeug sowie unverpackt an geeigneten Stellen im Auto verstaut
  • der eigens für das Exil erworbene große Laptop (»It’s a Sony®!«), ein Scanner und ein Tintenstrahldrucker,

… man startete also, nachdem man dies alles aus seiner zweiten provisorischen Bleibe seit Beginn der Diotimakatastrophe in das Auto der Frau verladen hatte.
   »¡Ándale, ándale!«

(¡Hans Koberlin vive! oder Schreiben als Ausziehtanz. Versuch einer Langzeitdokumentation vom 2. Oktober 2013 bis zum 21. August 2014, nebst einem Prolog, anhebend bei der Schöpfung der Welt, und einem Epilog, fortdauernd bis zu deren Ende, Calpe, Berlin und Heide 2013ff., Erster Teil. Vom 2. Oktober 2013 bis zum 19. Dezember 2013, II [Exodus] Vom 2. bis zum 4. Oktober 2013, S. 103ff.).