Montag, 21. August 2017

Samstag, 19. August 2017

Fenster #162

Fenster #161

Fenster #160

Fenster #159 (Der tote Christus im Grabe oder Senhor vós sois o caminho a verdade e a vida)

Casa tomada

Ein Geschwisterpaar bewohnte in Geschwisterehe (wer dachte da nicht an Ulrich und Agathe?!) ein Haus in Buenos Aires. Sie hatten beide auf ihre Reproduktion verzichtet und schlossen, wie Hanno Buddenbrook, die Genealogie ab. Nach und nach wurde ihr Haus besetzt, bis das Paar es, alles zurücklassend, verließ und den Schlüssel in den Gulli warf. Es gab keine Erklärung für diese Besetzung und die damit einhergehende Vertreibung, die von den Bewohnern stoisch akzeptiert wurde. Borges hatte Cortázar in seine Biblioteca personal aufgenommen und berichtete, wie er die Publikation von Casa tomada in Sur protegiert hatte, und daß dies Cortázars erste Publikation gewesen sei. Außerdem hatte er gemeint, was hier betrieben wird – den Plot von Cortázars Erzählungen zusammenzufassen –, ginge nicht. Casa tomada hatte ich, was ich zunächst vergessen, bereits einmal in Borgesʼ La biblioteca de Babel gelesen und am Mittwoch, dem 13. August 2008, dazu geschrieben: »Man könne leben, ohne zu denken, sagte der Protagonist von Julio Cortázars Casa tomada, was durchaus sein kann, aber man kann nicht leben, ohne bei einem keuschen Leben ernsthaft Schaden zu nehmen. Ein Geschwisterpaar, das nicht arbeiten mußte, lebte in einem großen Haus und beschäftigte sich damit, das Haus zu reinigen, sich zu bekochen sowie zu lesen (er) und zu stricken (sie). Dann wurde das Haus nach und nach besetzt, man erfuhr nicht von was oder wem, die beiden zogen sich zurück, bis sie vollständig aus dem Haus vertrieben waren. Diese Geschichte war die beste bisher in diesem Band, der Reiz, einen unlebbaren Zustand als Alltag (was wir mit einer abgegriffenen Konvention die Welt des Wirklichen nennen würden, wie Borges im Vorwort geschrieben) zu schildern, Figuren, die das Unglaublichste einfach so hinnehmen …«

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, Bestiario (1951)).

Gestein









Freitag, 18. August 2017

Estación de la mano

Dieser Text ist in meiner Ausgabe nicht enthalten, vielleicht weil es sich um keine Erzählung handelt.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Prolegomenos a la Astronomía).

Breve curso de Oceanografía

In antikem Stil wurde mit teilweise schiefen Metaphern beschrieben, wie das Wasser vom Mond auf die Erde kam. Wie alle Geschichten aus diesem Band war das eher eine Fingerübung. Das eigentliche Thema Cortázars ist, was zwischen Frau und Mann und, der Zeit und ihrer Philosophie entsprechend, was in einem selber passierte.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Prolegomenos a la Astronomía).

Mittwoch, 16. August 2017

Los limpiadores de estrellas

Dies war eine etwas ärgerliche Erzählung, eine Satire über Sterne, die gesäubert wurden, bis sie den Himmel weiß und unanschaubar machten.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Prolegomenos a la Astronomía).

Fenster #158

Dienstag, 15. August 2017

Fenster #157 (Peniche)



Fenster #156

De la simetría interplanetaria

Eine Erzählung in der Manier von Swift: ein Raumreisender traf auf eine intelligente spinnenartige Spezies und lebte unter ihr im Modus der teilnehmenden Beobachtung. Angesichts eines charismatischen Predigers fragte er sich, ob dies vielleicht auch Gottes Sohn war. Aber es war nicht (ein) Jesus (Christus) gewesen, sondern ein Philosoph, denn er wurde vergiftet und nicht gekreuzigt.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Prolegomenos a la Astronomía).

Sonntag, 13. August 2017

Fenster #155

Mudanza · Distante espejo · Carta a una señorita en París · Que tal, López

In diesem Spannungsfeld [zwischen Zen und Zwangsneurose] hatte Cortázar das Thema ›Gewohnheit‹ in seinen Erzählungen thematisiert. Zum ersten Mal, wenn wir uns recht entsinnen, in Mudanza, wo ein Gewohnheitsmensch nach der Arbeit nach Hause kam und alles leicht verändert vorfand. Die Veränderungen nahmen dann zu und am nächsten Morgen war alles anders (man erinnere sich an Lynchs Lost Highway (1997): der Protagonist in der Todeszelle). Bei Cortázar schickte sich der Mann drein. Das Leben im Modus der Gewohnheit behauptete sich gegenüber dem vollkommen Neuen. In Distante espejo dann – einem Pastiche nach der Reitergeschichte von Hofmannsthal, dessen Gedichte der Protagonist las, und nach Borges – wurde ein Mann von einem inneren Drang gezwungen, entgegen seinen Gewohnheiten auszugehen. Dabei begegnete er sich selber, starb aber nicht wie der Husar des Vorbildes. Hier war die Gewohnheit die Folie für das unerhörte Ereignis, sie wurde als Schutz vor der Welt geschildert. Der Mann hatte, nebenbei bemerkt, einen Lebens- und Lesemodus, der frappant unserem und dem von Clemens Limbularius (siehe vom Verf. … du rissest dich denn ein., Berlin 2010, und Telos oder Beiträge zu einer Mythologie des Clemens Limbularius, Berlin 2013) und, wie wir noch sehen werden, dem von Hans Köberlin glich. Und in seiner Krise trank er Lindenblütentee, den literarischsten unter allen Kräutertees. Was passieren konnte, wenn zwei konträre Gewohnheiten sich durchdrangen, erzählte Cortázar in Carta a una señorita en París. Ein Mann, der ohne es zu wollen alle paar Wochen oral ein Kaninchen gebiert, bewohnte die Wohnung nebst Dienstmädchen einer Bekannten, die für drei Monate in Paris weilte. Die Kaninchen, die die Ordnung der Gastgeberin zerstörten, wurden zu einem Problem, das ihn schließlich in den Selbstmord trieb. Mit solch einem Gebrechen geschlagen, konnte man in der Gesellschaft, wie ein Diabetiker oder ein Dialysepatient, nur im Gerüst seiner Gewohnheiten überleben. Eindeutig gegen die Gewohnheit sprach er sich in Que tal, López aus. Dies erschien Hans Köberlin fast wie ein Schlüsseltext zu dem Grundthema Cortázars zu sein, hier hatte er es, sein Grundthema, Hamlet unterstellt: »busca la solución auténtica y no las puertas de la casa o los caminos ya hechos.« (Historias de cronopios y de famas; in: Julio Cortázar, Die Erzählungen, Frankfurt am Main 1998, Bd. 3, S. 43). Die authentische Lösung war aber nach Hans Köberlin die, bei der der Autor die Hand biß, die ihn fütterte, womit nicht der Mäzen gemeint war, sondern der Hintergrund der Existenz des Autors, was Cortázar wiederum in seiner Charlie-Parker-Erzählung ausführte. Man erlebte hier den Narzißmus des marginal man, der sich dadurch speiste, der marginal man zu sein. Warum sollte eine Geste der Liebe falsch sein, nur weil sie seit Menschengedenken ausgeführt wurde? Es war nicht gut, daß der Schuh drückte, nicht alle Dinge sollten zuhanden sein, manchmal war der Takt wichtiger denn die Wahrhaftigkeit. Cortázar war hier eher Musil denn Kafka oder Borges.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Historias de Gabriel Medrano; Bestiario (1951); Historias de cronopios y de famas (1962), Material plástico).

Donnerstag, 10. August 2017

Bruja

Eine in sich zurückgezogene Frau hatte als Kind ihre Fähigkeit, Dinge entstehen zu lassen, entdeckt. Sie lebte in einem Dorf, das sie haßte und dessen Bewohner sie haßten, das zu verlassen ihr
aber nicht gelang. Also schuf sie sich ein Landgut, in dem sie mit ihrem selber erschaffenen Gatten ihr zurückgezogenes Leben leben konnte und schließlich beendete. Ihre wenigen Freunde wurden anschließend während der Totenwache Zeuge, wie sich die Schöpfung der Verstorbenen vor ihren Augen auflöste. – Die Erzählung war ein Pastiche im Stil von Poe oder Henry James oder Borges, sehr kunstvoll erzählt.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Historias de Gabriel Medrano).

»It is the evening of the day …« (einmal wieder dort; mit ästhetischen Erörterungen)

Montag, 7. August 2017

Retorno de la noche

Ein Ich-Erzähler erwachte in der Nacht und sah seinen soeben verstorbenen Körper im Bett liegen. Er konnte in seinem (nichtspiegelnden) Zustand Dinge der physischen Welt verändern und versuchte, seine geliebte Großmutter auf den Anblick, der sich ihr am Morgen bieten würde, vorzubereiten. Dann floh er aus dem Haus und legte sich eine Theorie zurecht, die besagte, daß er sich in Raum und Zeit aufgespalten hatte. Er machte anschließend den Versuch einer Wiedervereinigung und erwachte. Er dachte an einen Alptraum, aber die Dinge, die er während seines Todes in der physischen Welt verändert hatte, waren dies noch immer.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Historias de Gabriel Medrano).

Sonntag, 6. August 2017

Fenster #152

Fenster #151

Puzzle

Vor seiner Geschichte [The Imp oft the Perverse] gab Poes Erzähler eine allgemeine essayistische Abhandlung über diesen Impuls zur Fehlleistung, in der er in vielen Details diesbezügliche Gedanken Sigmund Freuds vorwegnahm, vor allem natürlich den, daß wir nicht Herr im eigenen Hause seien. Diese Abhandlung endete mit dem berühmten Bild eines Mannes am Abgrund: »And because our reason violently deters us from the brink, therefore do we the most impetuously approach it. There is no passion in nature so demoniacally impatient, as that of him who, shuddering upon the edge of a precipice, thus meditates a plunge. To indulge, for a moment, in any attempt at thought, is to be inevitably lost; for reflection but urges us to forbear, and therefore it is, I say, that we cannot.« (Edgar Allan Poe, The Complete Tales and Poems, with an introduction by Hervey Allen, New York 1938, S. 282). – Ja-ja: abyssus abyssum invocate … (Ps 42.8). Poe hatte dieses Thema, das ihm wohl eines der essentiellen war, auch in The Tell-Tale Heart und The Black Cat variiert und Julio Cortázar in raffinierter Manier in seiner Erzählung Puzzle: ein Mann tötete darin seinen Schwager und versteckte die Leiche in einem Wandschrank, der wiederum in der Manier von Poes The purloined letter getarnt wurde. Seine Schwester präsentierte ihm anschließend etwas in einer Suppenterrine – man mußte nicht sagen, was, siehe Finchers Se7en (1995) – und er saß schließlich wie Poes Erzählerfigur in einer Zelle. Cortázars Erzähler erzählte – unterbrochen von den Dialogen des Täters mit der Schwester – dem Täter, was er getan hatte, ein sehr wirkungsvoller Kunstgriff, den auch Lars von Trier in Europa (1991) angewendet hatte.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Plagios y Traducciones).

Freitag, 28. Juli 2017

Profunda siesta de Remi

Ein Mann imaginierte während seiner Siesta heroische Tode. Zu den bereits etablierten Imaginationen kam neu die Variante einer sachlich institutionalisierten Hinrichtung per Strang in einem londoner Gefängnis. Diese Imagination stellte sich allerdings als die Realität heraus (er hatte seine Freundin und oder oder deren Liebhaber erschossen). Dieses Changieren zwischen Traum und Realität ist ein allzu bekanntes Muster, hier waren einmal die Vorbilder zu stark.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Plagios y Traducciones).

Fenster #150

Fenster #1 2. Reprise

Fenster #149

Samstag, 22. Juli 2017

Llama el teléfono, Delia

Die Protagonistin hörte den Blues im Radio und zelebrierte den Blues (Prosa wie ein Blues) in der Ansprache an ihr kleines Töchterchen – ein wirklich genialer Einstieg. Dann kam der Anruf des Mannes, der sie verlassen hatte und der um Verzeihung bat, die ihm nicht gewährt wurde, weil sie ihn noch liebte. Dann kam der Freund des Mannes, der ihr mitteilte, daß der Mann bereits vor der Anrufzeit gestorben war. Im Gegensatz zu Philip K. Dicks Geschichten ist bei denen Cortázars die Ausführung wichtiger als die Idee.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Plagios y Traducciones).

Mittwoch, 19. Juli 2017

Las manos que crecen

Ein Dichter, der sich wohl in einer Behörde verdingen mußte, vermöbelte einen Freund, der ihn beziehungsweise seine Dichtkunst geschmäht hatte. Der Dichter war anschließend über die Maßen stolz auf seine Hände, die dann allerdings zu Zentnerschwere wuchsen. Der Zustand wurde unerträglich und der Mann ging zu seinem Arzt um sie amputieren zu lassen. Als er aus der Narkose erwachte, dachte er, das sei ein schlechter Traum gewesen, doch dann sah er seine Armstümpfe. – Die Erzählung war in der Manier von Kafka, die Umwelt erkannte jedoch die Monstrosität als solche, bis auf den Arzt, der damit rational umging, weil er sie unter dem Aspekt seiner Eitelkeit und unter dem seiner ökonomischen Interessen betrachtete.

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Plagios y Traducciones).

Sonntag, 16. Juli 2017

El hijo del vampiro

Ein Vampir verliebte sich in eine Lady und schwängerte sie, statt sie auszusaugen (er war sich seiner Fehlleistung mehr oder weniger bewußt). Der Fötus aber saugte die Lady aus und nahm nicht bloß den Uterus, sondern ihren gesamten Körper in Besitz. Am Ende war die Gebärerin weg und Vater und Sohn vereinten sich. Es ging also nicht um Leidenschaft (als Ursache der Fehlleistung), sondern bloß um Genealogie oder Gene (Schopenhauers Wille also auch unter Untoten).

(Julio Cortázar, Cuentos Completos, La otra orilla (1945), Plagios y Traducciones).

Fenster #148

Donnerstag, 13. Juli 2017

Amir · Zwik · Zufall




Le hasard est le plus grand romancier du monde. (Honoré de Balzac, Avant-Propos de La Comédie humaine).

Dienstag, 11. Juli 2017

Mittwoch, 5. Juli 2017

P. K. D. #118

The Alien Mind ist albern, ein unwürdiger Abschluß: ein Raumfahrer erwacht aus dem künstlichen Tiefschlaf, weil es eine Kursänderung gegeben hat. Er stellt fest, daß es Norman, der Bordkater, gewesen war, und bringt ihn um. Die Aliens nun, denen der Raumfahrer die Fracht gebracht hat, rächen Norman, indem sie die das Tiefschlafgerät sabotieren und allen Vorrat für den zweijährigen Flug durch Katzentrockenfutter ersetzen, und alle Packungen enthalten die gleiche Geschmacksrichtung.

Das waren sie, sämtliche 118 SF-Geschichten von Philip K. Dick.

»Weird Scenes Inside the Gold Mine«

P. K. D. #117

In Rautavaaraʼs Case – die Brücke zu Poes The Facts in the Case of M. Valdemar ist sicher beabsichtigt – sterben im Weltraum eine Technikerin und zwei Techniker. Aliens gelingt es, das Gehirn der titelgebenden Technikerin in Funktion zu halten. Dann treffen die drei im Jenseits auf Jesus, was die Terraner und die Aliens durch das Gehirn beobachten können. Die Aliens implantieren schließlich die Vorstellung ihres Erlösers, dessen Fleisch und Blut nicht die Gläubigen essen, um ewig zu leben, sondern der umgekehrt für sein ewiges Leben seine Gläubigen konsumiert. Als die Terraner das sehen, schalten sie zum Bedauern der Aliens das Hirn aus. – Eine etwas fleischlos, wenn man das man so bezeichnen darf, dargestellte Idee.

»A place where nothing ever happens …«


P. K. D. #116

I Hope I Shall Arrive Soon ist wohl eine Geschichte mit autobiographischen Zügen: die Biene aus dem Spinnennetz, die ihren Retter sticht, taucht wieder auf. Das Szenario ist bedrohlich: ein Mann liegt über zehn Jahre im Kälteschlaft, aber durch einen Fehler ist sein Bewußtsein tätig. Damit er über die lange Zeitdauer keine Psychose entwickelt, wird er von dem Raumschiff mit seinen Erinnerungen beschäftigt. Als vierjähriger Junge war er schuld am Tod eines Vogels, diese Erinnerung kontaminiert alle anderen, auch die an seine große Liebe, für deren Scheitern er nun auch diesen Vogel verantwortlich macht. Das Schiff versucht es nun mit Wunschvorstellungen des Ankommens, aber auch das hilft nichts. Da versucht es, die große Liebe des Mannes dazu zu bringen, ihn bei der Ankunft zu erwarten. Ab da läßt es Dick geschickt offen, ob die Ankunft mit erwartender Frau real oder eine Bewußtseinsbeschäftigungstherapie des Schiffes ist. Der Horror könnte weitergehen, wenn die glückliche Ankunft zwar real wäre, der Mann die Realität aber nach zehn Jahren reines Bewußtsein seins nicht mehr anerkennen könnte.

»It is the evening of the day …«

P. K. D. #115

Auch Strange Memories of Death ist eine bemerkenswerte Geschichte. Ein Ich-Erzähler macht sich Gedanken über eine menschenscheue Mitbewohnerin. Nur noch er und sie leben in einem Haus, er hat seine Wohnung gekauft, die ihrige soll nun geräumt werden, denkt er. Er stellt sich sie in ihrer Wohnung und ihre Reaktion auf die Räumung vor, dabei ist sie längst aus- und in eine Sozialwohnung gezogen, und er ist der letzte in dem Haus.

Mittwoch, 28. Juni 2017

»It is the evening of the day …«


P. K. D. #114

Chains of Air, Web of Aether / »The Man Who Knew How to Lose« ist eine der besten Geschichten bisher. Ein Mann auf irgendeiner Relaisstation erfährt, daß seine Nachbarin todkrank ist. Er kümmert sich zögerlich um sie und sie nimmt seine Fürsorge schamlos – aber so, wie es erzählt wird, nicht wirklich unangenehm – in Anspruch, ja, sie zerstört sogar den Nimbus der von ihm verehrten John-Dowland-Interpretin als falsche Sentimentalität, wobei sie selber vor Soap Operas herumhängt. Der Mann bleibt Stoiker mit einer Ethik, die manche als Schwäche bezeichnen würden.

Sonntag, 25. Juni 2017

Muster

P. K. D. #113

The Exit Door Leads In entwirft eine absurde Welt, um den Protagonisten in ein seltsames College der Militärbehörden zu bringen. Dort werden einem Studienthemen zugewiesen und zuvor wird einem demonstriert, daß es Geheimvorgänge gibt. Der Protagonist soll sich mit den Vorsokratikern beschäftigen, wobei ihm die elektronische Lerneinheit scheinbar versehentlich einen dieser Geheimvorgänge präsentiert. Das Ganze ist ein Arrangement, um das Verhalten der Studenten zu testen. Loyalität war in diesem Fall der falsche Weg. Die Anlage zu der Geschichte ist gut, die Ausführung läßt etwas zu wünschen übrig.

Aus der Röhre schauen


In die Röhre schauen #2


In die Röhre schauen


Samstag, 24. Juni 2017

P. K. D. #112

In The Day Mr. Computer Fell out of its Tree wird eine Welt verknappter Ressourcen von einem allwissenden Computer gesteuert. Der dreht manchmal durch, weshalb man den klügsten Menschen der Welt, eine äußerst attraktive Frau, seit Jahren mittel Radiofamilienserien im Dauerdämmerzustand bereit hält, damit sie ihn bei Bedarf reparieren kann. Es kommt heraus, daß der Computer diesmal durchgedreht ist, weil ein einsamer Mann sterben will. Die attraktive Frau nimmt ihn kurzerhand zum Vögeln mit in ihren Dämmerraum, eine einfache aber wirksame Lösung.